Trio

Bending Times

Piano, Komposition – Christian Grosch
Kontrabass – Toralf Schrader
Schlagzeug – Enno Lange

Der Trioname „Bending Times“ steht für die Zielsetzung, die individuelle Zeitempfindung des Hörers zu verändern – zu biegen und zu dehnen – Musik als Zeitlupe oder als Zeitraffer. Der Grundgedanke dabei ist die Improvisation im Trio, die den Hörer auf klaren oder verschlungenen Wegen an unterschiedliche klangliche Orte mitnimmt. Die Basis dieser Improvisationen bilden moderne, sehr lebendige, oft auch der Weltmusik verbundene Jazzkompositionen, die sich zu einem kontrastreichen Programm mit ganz eigener Handschrift verbinden.

Aktuelle Programme:

Songs & Chorals

Traditionelle Choräle begegnen den vielfältigen und faszinierenden Klängen des Jazz. In den Arrangements von Christian Grosch auf ganz eigene Weise empfunden, blühen die alten Melodien neu auf – und bewahren dabei ihre ursprüngliche Schönheit und Aussagekraft. So geht es nicht um ein „Verjazzen“ sondern um einen einfühlsamen Umgang mit den Chorälen.         Was das Trio aus ihnen macht, es steckt alles schon im Keim verborgen. Die drei Musiker müssen den Jazz nur noch zutage fördern – er schlummert in den Chorälen seit Jahrhun-derten, und das in allen Farben und Facetten – mal freudesprühend, mal innig meditativ, mal trauernd, zagend und mal voller Hoffnung.

Wie in „Du meine Seele singe“ von Paul Gerhardt und Johann G. Ebeling das Singen der Seele beschrieben wird, so bringen Klavier, Kontrabass und Schlagzeug die Gemüter der Zuhörer zum Singen und Klingen. Im gleichen Choral heißt es weiter: „Ich will den Herren droben hier preisen auf der Erd, ich will ihn herzlich loben, so lang ich leben werd.“ – dieser Lobgesang spiegelt sich in der harmonisch und rhythmisch bewegten Spielweise des Trios wider.

Advents- und Weihnachtsprogramm

Wohlbekannte und neu entdeckte Lieder zu Advent und Weihnachten erklingen in Verbindung mit Jazz und Improvisation – vom ältesten bekannten deutschsprachigen Weihnachtslied „Sys willekomen, Heirre Kerst“ zum geheimnisvollen „O Tannenbaum, du trägst ein´ grünen Zweig“. Das Trio Bending Times nimmt die Zuhörer mit auf eine weihnachtlich-musikalische Wanderung durch Marias Dornenwald hin zur Krippe, wo schon die Engel singen (und tanzen!): „Der Heiland ist geboren, freut Euch, Ihr Christen all!“

Jazzfassung des Mozartrequiems – Bending Times + Chor

Mozarts Requiem ist eines der berühmtesten unvollendeten Werke der Musik-geschichte. Während der Komposition verstarb der Meister, dem schon in den letzten zwei Wochen seines Lebens immer mehr gewahr wurde, dass er das Requiem anscheinend für sich selbst schrieb.

In der Jazzfassung von Christian Grosch werden alle original von Mozart stammenden Chorstücke in einen neuen musikalischen Zusammenhang gebracht, statt in der klassischen Orchesterumrahmung findet sich der vierstimmige Chor hier in Jazzharmonien und -rhythmen des Trios wieder. Gemeinsam schaffen sie eine neue Symbiose voller Freude und stiller Trauer, von sprühender Lebendigkeit und von tiefsten, fahlsten Abgründen des Todes.

Die von Mozart nur fragmentarisch angedeuteten Chorstücke erhielten in der Fortschreibung durch Grosch eine neue moderne Struktur und Melodik, so dass auch der Chor nach und nach selbst in Jazzfarben singt. Gegen Ende des Requiems stehen die beiden Originalkompositionen Groschs „Benedictus“ und „Dona eis requiem sempiternam“ folgerichtig als ein Bekenntnis unserer Zeit. Chor und Trio befinden sich nun ganz in der musikalischen Gegenwart – und blicken in die Ewigkeit.

Dona eis requiem sempiternam – Gib uns die ewige Ruhe …

Die Uraufführung fand am 20. Juni 2016 anlässlich des Weltflüchtlingstages in Prenzlau statt, zusammen mit der Prenzlauer Kantorei unter der Leitung von Hannes Ludwig.